WAGO USB Service Cable unter Linux in einer Virtualbox benutzen

Um mit SPS-Komponenten zu kommunizieren gibt es verschiedene Wege und fast alle führen zum Ziel. Bei bestimmten Einstellungsarbeiten oder Firmware-Updates ist es aber sinnvoll, die meistens vorhandene Service-Schnittstelle der Controller zu nutzen.

Jeder Hersteller bietet Service-Kabel an, die zu den eigenen Schnittstellen passen, die Kabel sind natürlich immer unterschiedlich.
Auch WAGO bietet ein „WAGO USB Service Cable“ an. Für Windows gibt es einen speziellen Treiber für dieses Kabel, für Linux nicht. Ich bin mir ziemlich sicher, dass dieser Artikel auch auf Siemens S7 und LOGO, sowie auf die meisten anderen SPS-Hersteller anwendbar ist, davon habe ich allerdings keine Altgeräte zum Basteln da.

Ich bin mir sicher, außer mir gibt es noch viele andere SPS-Menschen, die Zuhause Linux nutzen und zum Herumprobieren eine Virtuelle Maschine mit Windows laufen haben, in der die Entwicklungsumgebung läuft. Das Kommunikationskabel läuft allerdings in z.B. Virtualbox nicht ohne nachzuhelfen, wobei es sich wirklich um eine Kleinigkeit handelt.
Denn: Auch wenn jeder Hersteller ziemlich teure Kommunikationskabel in verschiedenen Ausführungen anbietet, eines haben sie gemeinsam: Es sind ziemlich stinknormale USB (oder RS232) auf TTL Konverter, die unter Debian als ttyUSB erkannt werden. Es muss lediglich der Virtualbox-Benutzer in die Gruppe dialout aufgenommen werden, damit er es benutzen darf:

usermod -aG dialout BENUTZERNAME

In der Virtualbox erscheint es bei installiertem Windows-Treiber dann ganz normal in der USB-Geräte-Auswahl:

WAGO USB Service Cable in den USB-Geräten von Virtualbox
WAGO USB Service Cable in den USB-Geräten von Virtualbox

Aktiviert man es dort, kann man es beispielsweise in den WAGO Ethernet Settings als Kommunikationsschnittstelle nutzen:

Virtualbox: WAGO USB Service Cable in den Ethernet Settings
Virtualbox: WAGO USB Service Cable in den Ethernet Settings

Distributionsunabhängige Hardware mit Windows-Exklusiven Updates

Update: Der ASRock-Support hat sich zu dem Thema geäußert. Siehe unten.

Um in meinen PC einen Prozessor einer neueren Generation (Ivy Bridge) einbauen zu können, brauchte das etwas angestaubte BIOS ein Update.

Es ist jetzt auch nicht das erste Mal, dass ich so etwas mache, normalerweise gibt es ein ROM zum Download beim Hersteller des Mainboards, manchmal auch deutlich komfortablere Lösungen, die direkt im BIOS vom USB-Stick geflasht werden können. Alles kein Problem.

Anders bei meinem Mainboard. ASRock (H67M-GE/HT) stellt nämlich ausschließlich ein Update-Tool für Windows bereit, die ausführbare Datei ist dabei gleichzeitig Tool und ROM und muss aus einem nativ laufenden Windows ausgeführt werden. Einen Teil der Daten tauscht die Software bei laufendem System aus, bootet dann ins BIOS und flasht den Chip dann vollständig. Eigentlich auch sehr komfortabel. Aber eben nur für Windows. Der Hersteller bietet keinerlei Möglichkeit an, das BIOS über einen DOS-Stick oder über das automatische Update, das auch in diesem BIOS schon vorhanden ist zu flashen.

Da steht man also mit einem Rechner, auf dem nur verschiedene Linuxe laufen und versucht ein völlig distributionsunabhängiges Stück Hardware zu aktualisieren, für das es der Hersteller offensichtlich nicht für nötig erachtet, einen einigermaßen distributionsunabhängigen Update-Weg zur Verfügung zu stellen.

Ich habe letztendlich auf einer bis dato leeren Partition Windows 8 als Evaluationsversion installiert, das BIOS geflasht und die Partition wieder geplättet. Wohl dem, der einen USB-Stick mit einer guten Geschwindigkeit an seinen PC stecken kann.

Update:

Der Support hat sich gemeldet und erklärt, wieso es nur das Windows-Tool gibt, nicht aber die Dateien zum Flashen oder InstantFlash-Datei. Es gab 2011 eine Rückrufaktion von Intel, der Verbaute Chipsatz hatte wohl Probleme mit dem SATA-Controller und es wurden keine Ivy-CPUs unterstützt.
Damit sichergestellt ist, dass das Update des BIOS nicht zu diesen Problemen führt, wurde nur dieses Tool veröffentlicht, das erst prüft, ob ein Update möglich ist und dieses erst dann ausführt. Und das Tool gibt es eben in diesem Fall nur für Windows.

Der Support prüft aber offensichtlich bereitwillig, ob das jeweilige Board davon betroffen ist und sendet die InstantFlash-Datei zu, wenn alles okay ist.