Lüftertausch bei Synology NAS DS509+ und Ausschalten des Lüfteralarms

Bei uns im Flur steht eine Synology DS509+, also ein Netzwerkspeicher, auf den alle Geräte im lokalen Netz zugreifen können.

Synology Diskstation DS509+ im Betrieb, darauf steht eine Fritz!Box 7590
Synology DS509+ in Betrieb

Kurz nachdem ich die Laufwerke letztens wieder über NFS mit meinem PC verbunden hatte (und damit eventuell die Systemlast etwas erhöhte), ging an der DiskStation ein Lüfteralarm an mit der Meldung, dass Lüfter 1 stehen geblieben sei. Das war auch tatsächlich das, was ich vorfand, einer der beiden Gehäuselüfter stand, während der andere lief. Kurzerhand bestellte ich also zwei neue, sehr günstige und laut Amazon sehr leise Lüfter mit den passenden Maßen (80x80mm) und tauschte gleich beide alten Lüfter aus. In diesem Zuge habe ich das komplette Gerät von innen entstaubt und gereinigt.

DS509+ Lüfter im Gehäuse von hinten
DS509+ Lüfter im Gehäuse von hinten

Der Austausch an sich ist überhaupt kein Problem, die Lüfter sind Standard-Teile und passen natürlich auf die Löcher, die dreipoligen Stecker passen auf die Pins am Mainboard. Nach dem Austausch startete die DiskStation ganz normal, die Lüfter drehten und waren tatsächlich flüsterleise. Allerdings wurde nach kurzer Zeit wieder der Lüfteralarm ausgelöst. Nach kurzer Recherche stellte ich fest, dass in der Synology DS509+ (wie in vermutlich jeder DiskStation) ein proprietärer Dienst namens scemd die Sensoren überwacht und Alarme und ähnliches auslöst. Dieser Dienst überwacht offenbar auch die Lüfterdrehzahl, die mit den alten OEM-Lüftern nicht mehr übereinstimmte. Der Dienst scemd hat prinzipiell auch eine Konfigurationsdatei (/usr/syno/etc/scemd.xml), jedoch lässt sich hier die Soll-Drehzahl (oder irgendeine andere Drehzahl) nicht ändern. Offenbar ist diese hardcoded irgendwo im Programm hinterlegt. Die einzige Möglichkeit, die ich finden konnte, war, die Lüfterprüfung komplett auszuschalten. Unter /sys/module/ppc85xx_synobios/parameters/ findet sich eine Datei mit dem Namen check_fan und vermutlich dem Inhalt „1“. Ändert man dies zu „0“, prüft scemd nicht mehr, ob die Lüfter die gewünschte Umdrehungszahl haben.

Synology DS509+ zeigt im Dashboard einen Lüfterfehler an
Synology DS509+ Lüfterfehler

Diese Datei wird allerdings bei jedem Systemstart erzeugt und der Wert auf 1 gesetzt. Ändert man sie also, wird der Alarm nach dem nächsten Neustart wiederkommen. Sinnvoller ist ein Script, welches die Datei nach dem Start des Systems wieder auf 0 setzt:

echo "echo 0 > /sys/module/ppc85xx_synobios/parameters/check_fan" > /usr/syno/etc.defaults/rc.d/S99zz_fan_check_
disable.sh

chmod +x /usr/syno/etc.defaults/rc.d/S99zz_fan_check_
disable.sh

Dieses Script wird nun als letztes beim Startup ausgeführt und schreibt eine 0 in die oben genannte Datei.

Nun werden keine Lüfteralarme mehr ausgelöst, man sollte also selbst nachsehen, ob beide Gehäuselüfter ordnungsgemäß funktionieren. Einen CPU-Lüfter besitzt das Gerät nicht, hier muss also auch nichts überwacht werden.

Die Kühlleistung der beiden neuen Lüfter ist übrigens absolut okay bisher, im Idle haben die Festplatten eine Temperatur von 24°C bis 27°C, in Benutzung etwa 30°C bis 33°C.

Synology DS509+ zeigt im Dashboard die Temperatur der Festplatten (etwa 24°C bis 27°C im Idle) an
Synology DS509+ Temperatur der Festplatten

NFS-Probleme bei altem NAS und Ubuntu oder Debian beheben (Synology mit altem DSM)

Vor einiger Zeit kaufte ich mir über eBay günstig eine gebrauchte Synology DiskStation DS509+, also ein NAS (Network Attached Storage) für fünf Festplatten.

Auf meinem PC (Ubuntu) sind die diversen Ordner über NFS (Network File System) in der fstab eingetragen, werden dementsprechend beim Start gleich eingebunden und sind lokal verfügbar. Bis vor einer Weile lief das auch alles super so. Bis zu einem Distributionsupgrade. Seitdem meckert NFS mit folgender Fehlermeldung:

NFS: nfs4_discover_server_trunking unhandled error -22. Exiting with error EIO

Ich vermutete, dass es an der völlig veralteten Version des DiskStationManagers (DSM, das Betriebssystem der DiskStation) handelt, dessen NFS-Version nicht mehr mit modernen Betriebssystemen kompatibel ist. Leider werden die alten Geräte nicht weiter mit Updates versorgt.
Ich habe mich nun bereits länger nicht mehr mit diesem Problem beschäftigt, da ich die DiskStation im Grunde genommen am PC nicht wirklich nutze, heute stolperte ich aber durch Zufall über die Lösung, als ich für die Einrichtung eines anderen Gerätes etwas zu NFS recherchierte: Es gibt eine Mountoption „nfsvers“, mit der die Version des zu nutzenden NFS-Protokolls gewählt werden kann. Gibt man „nfsvers=2“ als Mountoption an, lässt sich der entfernte Ordner wieder mounten.

fstab Einträge für NFS-Laufwerke auf der Diskstation
fstab Einträge für NFS-Laufwerke auf der Diskstation