Matomo: Piwik PRO bleibt Piwik PRO

Anfang Januar wechselte die bekannte, quelloffene Analytics-Software Piwik überraschend den Namen und heißt nun Matomo, worüber ich bereits am 9. Januar berichtete.
Dieser Namenswechsel wurde unter anderem damit begründet, dass der Name Piwik von zumindest einem weiteren Unternehmen genutzt wird, das mit Piwik selbst nichts zu tun hat. Aus diesem Grund wollte man mit Matomo einen neuen, einzigartigen Namen etablieren und von Anfang an so schützen, dass er quasi auf ewig der Name der Analyse-Software sein kann.

Nicht betroffen von diesem Namenswechsel ist allerdings die Software-Suite Piwik PRO. Piwik PRO ist ein kommerzieller Ableger von Piwik und bietet, wie die Community-Version, Webanalyse an, jedoch eben mit einer großen Anzahl proprietärer Module, die über den Funktionsumfang von Piwik (jetzt Matomo) hinausgehen, außerdem wird es als Cloud-Lösung oder selbstgehostet angeboten.
Da Piwik PRO inzwischen mit Matomo nicht mehr viel gemein hat (wobei beide Softwares sich optisch noch sehr ähneln), bleibt man beim bisherigen Namen. Ein Wechsel auf den Namen Matomo dürfte auch nicht mehr möglich sein, da dieser ja nun für die Open-Source-Software geschützt ist.

Piwik PRO ist tatsächlich aus Piwik entstanden, CEO Maciej Zawadzinski war Core-Entwickler von Piwik, erwarb dann die Namensrechte für Piwik PRO und gründete damit ein unabhängiges Unternehmen, das ursprünglich, wie bei größeren Open-Source-Projekten üblich, professionellen Support und Service zu der Software anbot.
Allerdings wurde die Software inzwischen geforkt und als eigenständig weiterentwickelte Version mit einigen neuen Modulen angeboten, die Piwik PRO Marketing Suite ist heute nicht mehr direkt mit Matomo kompatibel. Neue Entwicklungen von Matomo werden erst geprüft und angepasst, bevor sie in die Software einfließen. Auch Security-Patches werden speziell für Piwik PRO entwickelt und ausgeliefert. Ein Rückfluss in die Community-Version erfolgt offenbar aus Kompatibilitätsgründen nicht.

Ob mit der von Aubry (Gründer und Maintainer von Matomo) erwähnten Firma Piwik PRO gemeint war, entzieht sich meiner Kenntnis.

1&1 DSL-Test für 100 Mbit/s

Seit etwa einer Woche ist für unseren DSL-Anschluss der 1&1-Tarif DSL 100 aktiv. Laut Angebot hat dieser Tarif eine Geschwindigkeit von 100 Mbit/s downstream und 40 Mbit/s upstream.

Vorher hatte ich einen Tarif mit 50 Mbit/s, der aber inzwischen tatsächlich teurer ist, als der doppelt so schnelle aktuelle Tarif. Von den 50 Mbit/s kamen tatsächlich meistens über 48 Mbit/s in der Wohnung an, bisher war also alles vorbildlich.

Da mich nach dem Upgrade hin und wieder Menschen fragten, wie es dem Versprechen-zu-Wirklichkeit-Verhältnis bei 1&1 DSL 100 aussieht, veröffentliche ich hier mal das Ergebnis des Breitbandtests:

Breitbandtest für 1&1 DSL 100, Ergebnis: 93,82 Mbit/s downstream, 35,25 Mbit/s upstream
Breitbandtest für 1&1 DSL 100

Das Ergebnis ist durchaus gut, es kommen etwa 93 Mbit/s downstream und 35 Mbit/s upstream an, das kommt relativ nah an die maximal zu erwartenden Werte heran. Den Test habe ich in der letzten Woche des öfteren mit ähnlichen Ergebnissen ausgeführt.

Natürlich wird das von Ort zu Ort abweichen, aber grundsätzlich scheint es in Berlin im Stadtbereich durchaus möglich zu sein, die zugesicherte Leistung auch zu erhalten.

Die Wahl des richtigen Slider-Plugins

Ende 2016 begann ich mit der Neugestaltung einer Firmen-Website. Beim CMS fiel die Wahl auf WordPress, einerseits, weil es alles bietet, was ich brauche, andererseits zugegebenermaßen der Einfachheit halber, denn mit WordPress, den Core-Funktionen, den Plugins und dem Template-System kenne ich mich recht gut aus und kann damit ohne viel Nachforschungen in der Dokumentation oder dem Codex schnell zum Ziel kommen.

Auf der Startseite sollte ein Slider angezeigt werden, der hübsch animiert diverse Bilder durchblättert, die das Tätigkeitsgebiet der Firma zeigen. Soweit so gut. Tatsächlich war das das erste Projekt, in dem ich einen solchen Slider verwenden musste, ich probierte diverse aus und war generell eher unzufrieden. Zum Schluss blieb ich an Master Slider hängen, das Plugin ist kostenlos im Plugin-Repo von WordPress zu finden, kann aber (wie so viele Plugins) durch den Erwerb einer Lizenz erweitert werden. Das tat ich allerdings nicht, da die recht einfachen Anforderungen schon erfüllt waren.

Als Bilder wurden recht hoch auflösende Fotos genutzt, die wiederum in Ausschnitten angezeigt wurden und über die gesamte Breite der Startseite gingen.

Dieses Projekt ging Anfang des letzten Jahres online, war aber nie so richtig fertig, da ich es nebenbei, neben meiner eigentlichen (vollen) Arbeitszeit bearbeitete. Vor kurzem erledigte ich ein paar offene Punkte und sah mir auch noch einmal die Performance der Seite genauer an. Tatsächlich war diese sehr schlecht. Pagespeed Insights strafte mich mit wenigen Punkten, die Ladezeit war sehr hoch (und wir reden von teilweise zweistelligen Sekundenzahlen) und die Datenmenge hoch. Nach sehr kurzer Recherche fiel der Blick wieder auf das Slider-Plugin. Die Dateigröße der über das Plugin hochgeladenen Bilder war enorm, in den Einstellungen war ausgewählt, dass die Bilder passend zugeschnitten werden, was ich in der Realität aber nicht feststellen konnte und aus irgendeinem Grund, lud mein Browser (und damit vermutlich auch jeder andere) die Seite deutlich länger, als er es auch bei der hohen Datenmenge gemusst hätte. Ich habe das nicht sehr genau analysiert, aber es fiel auf, dass die Ladezeit mit einem kompletten Durchlauf des Silders zusammenhing.

Also machte ich mich wieder auf die Suche und war wieder generell eher unzufrieden, fand dann aber MetaSlider, ebenfalls im offiziellen Plugin-Repo kostenlos erhältlich und gegen Geld erweiterbar. Der Funktionsumfang hier ist allerdings noch etwas größer und einige Funktionen, die bei Master Slider Geld kosten, sind hier schon mit drin.
Ich lud hier die Bilder erneut über das Plugin hoch und spielte etwas mit den Einstellungen und tada: Die Funktion ist quasi die selbe, die Seite lädt nun aber deutlich schneller und Pagespeed Insights hat nur noch wenig auszusetzen (aus dem Stand von ca. 60 Punkten auf nun 93, ohne weitere Optimierungsarbeit).

Bis auf etwas grübeln hat mich das ganze quasi keine Arbeit gekostet, mir jedoch gezeigt, dass man sich nicht darauf verlassen kann, dass ein Plugin mit über 100.000 Installationen und einer ziemlich guten Bewertung auch wirklich ohne Probleme einsetzbar ist. Der Aufwand, hier etwas gründlicher auszuwählen, lohnt sich.

Lüftertausch bei Synology NAS DS509+ und Ausschalten des Lüfteralarms

Bei uns im Flur steht eine Synology DS509+, also ein Netzwerkspeicher, auf den alle Geräte im lokalen Netz zugreifen können.

Synology Diskstation DS509+ im Betrieb, darauf steht eine Fritz!Box 7590
Synology DS509+ in Betrieb

Kurz nachdem ich die Laufwerke letztens wieder über NFS mit meinem PC verbunden hatte (und damit eventuell die Systemlast etwas erhöhte), ging an der DiskStation ein Lüfteralarm an mit der Meldung, dass Lüfter 1 stehen geblieben sei. Das war auch tatsächlich das, was ich vorfand, einer der beiden Gehäuselüfter stand, während der andere lief. Kurzerhand bestellte ich also zwei neue, sehr günstige und laut Amazon sehr leise Lüfter mit den passenden Maßen (80x80mm) und tauschte gleich beide alten Lüfter aus. In diesem Zuge habe ich das komplette Gerät von innen entstaubt und gereinigt.

DS509+ Lüfter im Gehäuse von hinten
DS509+ Lüfter im Gehäuse von hinten

Der Austausch an sich ist überhaupt kein Problem, die Lüfter sind Standard-Teile und passen natürlich auf die Löcher, die dreipoligen Stecker passen auf die Pins am Mainboard. Nach dem Austausch startete die DiskStation ganz normal, die Lüfter drehten und waren tatsächlich flüsterleise. Allerdings wurde nach kurzer Zeit wieder der Lüfteralarm ausgelöst. Nach kurzer Recherche stellte ich fest, dass in der Synology DS509+ (wie in vermutlich jeder DiskStation) ein proprietärer Dienst namens scemd die Sensoren überwacht und Alarme und ähnliches auslöst. Dieser Dienst überwacht offenbar auch die Lüfterdrehzahl, die mit den alten OEM-Lüftern nicht mehr übereinstimmte. Der Dienst scemd hat prinzipiell auch eine Konfigurationsdatei (/usr/syno/etc/scemd.xml), jedoch lässt sich hier die Soll-Drehzahl (oder irgendeine andere Drehzahl) nicht ändern. Offenbar ist diese hardcoded irgendwo im Programm hinterlegt. Die einzige Möglichkeit, die ich finden konnte, war, die Lüfterprüfung komplett auszuschalten. Unter /sys/module/ppc85xx_synobios/parameters/ findet sich eine Datei mit dem Namen check_fan und vermutlich dem Inhalt „1“. Ändert man dies zu „0“, prüft scemd nicht mehr, ob die Lüfter die gewünschte Umdrehungszahl haben.

Synology DS509+ zeigt im Dashboard einen Lüfterfehler an
Synology DS509+ Lüfterfehler

Diese Datei wird allerdings bei jedem Systemstart erzeugt und der Wert auf 1 gesetzt. Ändert man sie also, wird der Alarm nach dem nächsten Neustart wiederkommen. Sinnvoller ist ein Script, welches die Datei nach dem Start des Systems wieder auf 0 setzt:

echo "echo 0 > /sys/module/ppc85xx_synobios/parameters/check_fan" > /usr/syno/etc.defaults/rc.d/S99zz_fan_check_
disable.sh

chmod +x /usr/syno/etc.defaults/rc.d/S99zz_fan_check_
disable.sh

Dieses Script wird nun als letztes beim Startup ausgeführt und schreibt eine 0 in die oben genannte Datei.

Nun werden keine Lüfteralarme mehr ausgelöst, man sollte also selbst nachsehen, ob beide Gehäuselüfter ordnungsgemäß funktionieren. Einen CPU-Lüfter besitzt das Gerät nicht, hier muss also auch nichts überwacht werden.

Die Kühlleistung der beiden neuen Lüfter ist übrigens absolut okay bisher, im Idle haben die Festplatten eine Temperatur von 24°C bis 27°C, in Benutzung etwa 30°C bis 33°C.

Synology DS509+ zeigt im Dashboard die Temperatur der Festplatten (etwa 24°C bis 27°C im Idle) an
Synology DS509+ Temperatur der Festplatten

NFS-Probleme bei altem NAS und Ubuntu oder Debian beheben (Synology mit altem DSM)

Vor einiger Zeit kaufte ich mir über eBay günstig eine gebrauchte Synology DiskStation DS509+, also ein NAS (Network Attached Storage) für fünf Festplatten.

Auf meinem PC (Ubuntu) sind die diversen Ordner über NFS (Network File System) in der fstab eingetragen, werden dementsprechend beim Start gleich eingebunden und sind lokal verfügbar. Bis vor einer Weile lief das auch alles super so. Bis zu einem Distributionsupgrade. Seitdem meckert NFS mit folgender Fehlermeldung:

NFS: nfs4_discover_server_trunking unhandled error -22. Exiting with error EIO

Ich vermutete, dass es an der völlig veralteten Version des DiskStationManagers (DSM, das Betriebssystem der DiskStation) handelt, dessen NFS-Version nicht mehr mit modernen Betriebssystemen kompatibel ist. Leider werden die alten Geräte nicht weiter mit Updates versorgt.
Ich habe mich nun bereits länger nicht mehr mit diesem Problem beschäftigt, da ich die DiskStation im Grunde genommen am PC nicht wirklich nutze, heute stolperte ich aber durch Zufall über die Lösung, als ich für die Einrichtung eines anderen Gerätes etwas zu NFS recherchierte: Es gibt eine Mountoption „nfsvers“, mit der die Version des zu nutzenden NFS-Protokolls gewählt werden kann. Gibt man „nfsvers=2“ als Mountoption an, lässt sich der entfernte Ordner wieder mounten.

fstab Einträge für NFS-Laufwerke auf der Diskstation
fstab Einträge für NFS-Laufwerke auf der Diskstation

Piwik ist jetzt Matomo

Relativ überraschend hat sich die bekannte freie Analytics-Software Piwik umbenannt und trägt nun den Namen Matomo. Wer die bisherige Webadresse des Projekts (piwik.org) ansteuert, wird bereits auf matomo.org umgeleitet.

Zu den Gründen schreibt Projekt-Maintainer Matthieu Aubry:

After an epic 10 year journey creating and perfecting the best open digital analytics solution, we felt it was a good time to refresh our brand to reflect how far we have come and to reaffirm our vision:
To create, as a community, the leading international open source digital analytics platform, that gives every user full control of their data.

Im oben verlinkten, erklärenden Blogeintrag steht weiter, dass man mit der Umbenennung sicherstellen will, dass niemand sonst den Namen der Software nutzt. Der Name Matomo soll nun von Anfang an geschützt werden, um dann für immer der Markenname der Open-Source-Software zu bleiben.

In einem Tweet (französisch) schreibt Aubry, dass es eine weitere Firma gibt, die den Namen Piwik nutzt, jedoch mit der Software nicht in Verbindung steht.

Außer des Namens wird sich am Projekt nichts ändern. Die erste „Piwik“-Version, die den Namen Matomo trägt, wird 3.3.0 sein.

1&1: Mit Vertrags-Upgrade Geld sparen und Leistung erhöhen

Ich möchte mal schnell meine Erfahrungen mit 1&1 niederschreiben, vielleicht hilft der kleine Anstoß ja jemanden.

Wir sind seit nun ungefähr 2 Jahren Kunde bei 1&1, bisher mit der Doppelflat 50.000, also DSL mit 50mbit und Festnetz-Flat. Mit der Leistung bin ich bisher durchweg zufrieden, von den 50mbit kommen etwa 48-49mbit an und es gibt keine Drosselung bei hohem Durchsatz (was bei vielen anderen Anbietern inzwischen der Fall ist). Der Vertrag war damals einer der günstigsten und kostet inzwischen 39,99€ im Monat (die ersten 12 Monate waren erheblich günstiger).

Da die zwei Jahre nun fast um waren, kam ich vor ein paar Wochen auf die Idee, mal nachzusehen, was die Firma inzwischen für Verträge anbietet und stellte fest, dass 100mbit mit Festnetz-Flat aktuell für 19,99€ in den ersten 12 Monaten und 34,99€ in den nächsten 12 Monaten verfügbar ist. Auf Nachfrage beim Twitter-Team von 1&1 bot man mir im Zuge der Vertragsverlängerung diesen Tarif zu Neukunden-Konditionen an. Es gibt zwar eine einmalige Pauschale von knapp 60€, dafür bekomme ich dann die doppelte Leistung zu einem geringeren Preis.

Ich habe übrigens noch den Homeserver Speed+ dazu bestellt, eine Fritz!Box 7590 für 4,99€ über die letzten 12 Monate, also knapp 60€ insgesamt und damit deutlich günstiger als ein normaler Kauf. Das ist übrigens keine Miete, sondern quasi ein Ratenkauf.

Es kann sich also durchaus lohnen, mal nach besseren Verträgen zu schauen und mit dem Kundenservice zu sprechen.