Über die Unsinnigkeit von AdBlocker-Blockern

Oder: Wieso AdBlocker der Werbebranche eigentlich helfen müssten…

Aktuell spricht ja das ganze Internet über die AdBlocker-Blocker-Initiative von bild.de. Wer nicht mitbekommen hat, worum es geht, sollte einfach mal die Website der BILD mit eingeschaltetem Werbeblocker aufsuchen: Man sieht nicht viel bzw. nur den Hinweis, dass man den Werbeblocker ausschalten muss, um in den Genuss dieser Seite zu kommen:

AdBlock-Blocker auf bild.de
AdBlock-Blocker auf bild.de

Es wurden bereits Möglichkeiten gefunden, diesen Schutz zu umgehen (es ist nicht sonderlich kompliziert), es gibt einen Schwung neuer Browsererweiterungen, die zurück schießen und alle Springer-Seiten blocken (durchaus ein edles Unterfangen) und eine riesige Diskussion um das Ganze.

Was mir dabei etwas fehlt (zumindest las ich darüber bislang nichts) ist eine andere Ansicht:
Meiner Meinung nach sollten doch Werbeblocker den Werbetreibenden und den Vermarktern helfen und nicht schaden.
Wenn ich mich entscheide, keine Werbung sehen zu wollen und einen Werbeblocker installiere, gehöre ich doch auch mit ausgeschaltetem Blocker nicht zu den Personen, die für die Werbeanzeigen empfänglich sind und diese vielleicht sogar anklicken.

Klar, für eine Seite, die für Werbung nach Impressions bezahlt wird und nicht pro Klick oder pro Kauf ist es schlecht, wenn die Werbung niemand sieht. Aber ganz ehrlich, die Werbung auf solchen Seiten hat selten die Qualität wie die in Hochglanzmagazinen, die man sich gerne ansieht und von der vielleicht auch etwas hängen bleibt. Die typische Werbung auf Internetseiten ist schrill und soll zum Klicken verleiten.

Ein Werbeblocker hilft doch hier jedem (außer der Seite, die nach Impressions bezahlt wird), die Spreu vom Weizen zu trennen und die Werbung nur denen anzuzeigen, die auch Werbung sehen wollen und eventuell darauf klicken könnten. So kann man davon ausgehen, dass nur für Impressions bezahlt werden muss, wenn der Besucher die Werbung überhaupt beachtet, bei Werbung, die pro Klick abgerechnet wird, ist es doch sowieso egal.

2 Gedanken zu „Über die Unsinnigkeit von AdBlocker-Blockern“

  1. Leider ist es ja nicht so, dass Menschen sich vorab genau einschätzen können, ob sie auf Werbung reagieren werden. Klar reagiere ich auf irrelevante Werbung nicht, und 99,9% sind irrelevant. Aber das verbliebene Promill reicht den Werbenden aus.
    Die meisten Menschen empfinden auch die Papierprospekte und Anzeigenzeitungen als Papierverschwendung. Viele sagen aber, dass sie die Prospekte trotzdem durchblättern. AdBlocker machen daher schon ein Geschäftsmodell kaputt. Bei Bild ist es jetzt nicht schade. Die SZ hat Bezahlschranken eingeführt. Da ist man nicht mehr/weniger auf Werbeeinnahmen angewiesen aber alle Informationen immer frei für alle ist damit auch bald Geschichte. Für oder gegen AdBlocker / Werbung ist für mich daher zu kurz gegriffen.

    1. Okay, die Betrachtungsweise ist natürlich auch legitim. Ich zähle mich mehr zu den Menschen, die jede Art von Werbung stört. Ausnahmen mache ich, wenn ich gezielt nach etwas suche, dann sehe ich auf den einschlägigen Plattformen nach „Werbung“ der Anbieter, diese ist dann allerdings auch nicht so plump wie Bannerwerbung auf Websites, sondern eben Zielgruppenorientiert.

      Aber es stimmt schon, mit AdBlockern fällt das Promill an Menschen, die auf eine Anzeige „hereinfallen“ auch weg.

      Allerdings heißt es für viele andere auch „Entweder AdBlocker, oder ich kann diese Seite nicht besuchen“. Kommt dann aufs gleiche raus.

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