Wieso Copy & Paste böse sein kann

Tutorials sind toll. Wenn man etwas kompliziertes noch nicht gemacht hat, schaut man schnell man bei Google, ob jemand anders das nicht vielleicht schon mal gemacht und darüber geschrieben hat. Meistens werden in solchen Tutorials dann auch gleich die entsprechenden Befehle und Zeilen zum Kopieren und Einfügen mitgeliefert, was dem Suchenden natürlich eine Menge Arbeit spart.

Gut, der Lerneffekt bleibt dabei etwas auf der Strecke, aber manchmal möchte man etwas ja auch gar nicht können, sondern nur erledigen. Das ist ja auch okay.

Es gibt aber ein viel größeres Problem (auf das ich gerade erst stieß): Nicht immer ist das, was man sichtbar markiert auch das, was man kopiert. Wir wollen beispielsweise in ein Verzeichnis wechseln, das ich hier freundlicherweise gleich zum kopieren anbiete und das deshalb selbstverständlich nicht abgetippt wird:

cd /
ls > ~/rootverzeichnis.txt cd
/etc/dkms/template-dkms-mkdeb/debian

Sieht ja an sich super aus, oder? Das Problem dabei: Kopiert ihr diesen Befehl ins Terminal, habt ihr schon ins Root-Verzeichnis gewechselt, alle dort liegenden Dateien und Ordner aufgelistet und die Liste in der Datei rootverzeichnis.txt in eurem Home-Ordner abgelegt. Kopiert habt ihr folgendes:

cd /
ls > ~/rootverzeichnis.txt
cd /etc/dkms/template-dkms-mkdeb/debian

Da gehen natürlich noch ganz andere Dinge. Bei einem Tutorial zum Bearbeiten der /etc/fstab fällt es zum Beispiel nicht auf, wenn der Nutzer sich vorher mit sudo su Root-Rechte geben muss. Wie funktioniert das ganze? Ganz einfach: Alles zwischen dem ersten cd und dem Pfad wird ganz woanders angezeigt, nämlich 1000px über und 1000px links neben der Seite, außerhalb des Monitors also. Die Zeilenumbrüche sorgen dafür, dass die eingeschmuggelten Befehle auch sofort beim Einfügen ausgeführt werden:

cd /
ls > ~/rootverzeichnis.txt cd
/etc/dkms/template-dkms-mkdeb/debian

Bei Heise gibt es mehr dazu, gefunden habe ich das über einen Beitrag im Server Support Forum.

Also: Achtet darauf, von welcher Seite ihr Code kopiert. Wenn ihr der Seite nicht vertraut, haut nicht gleich das Kopiergut ins Terminal, sondern schaut es euch in einem Texteditor vorher noch einmal an. Das ganze klappt natürlich auch mit jedem anderen Betriebssystem mit Befehlszeile. Nur nutzt man die beispielsweise unter Windows weniger häufig.